
Am vergangenen Wochenende hat der Open Data Day Köln stattgefunden, eine lokale Veranstaltung vor dem Hintergrund des internationalen Open Data Day. Aber das weißt Du sicher schon, und als aufmerksame Leserin/aufmerksamer Leser dieses Blogs warst Du bestimmt sogar selbst dabei.
Ich persönlich (als einer der Veranstalter, aber auch als Teilnehmer) sehe die Veranstaltung als großen Erfolg an. Ich sage Euch auch warum:
- Wir haben es geschafft, eine relevante Teilnehmerzahl zu mobilisieren. Mit etwa 45 Leuten haben wir im Vergleich zur Veranstaltung vom Vorjahr ungefähr dreimal so viele Leute zusammen bekommen.
- Wir haben eine Mischung von TeilnehmerInnen mit verschiedenen Hintergründen erreicht, so wie wir uns das erhofft haben. Schätzungsweise die Hälfte der Teilnehmer hat sich den Techie-Aufkleber angeheftet, der Rest war bunt gemischt aus Bereichen wie Journalismus, Design, Business, Daten/Statistik etc. Das hat aus meiner Sicht viel ausgemacht und die Gruppenarbeit sehr bereichtert.
- Die Verwaltung der Stadt Köln war mit mehreren VertreterInnen da. Und nicht nur das. Sie waren auch sehr angetan von der Veranstaltung.
- Es wurde an tollen Projekten gearbeitet. Obwohl sich die Teams erst am Morgen zusammengestellt haben, hat die Zusammenarbeit offensichtlich sehr gut funktioniert.
- Das Thema Open Data hat viel Aufmerksamkeit (siehe Presselinks weiter unten) bekommen und offensichtlich wurde eine ganze Menge positive Energie freigesetzt.
Woran genau wurde denn gearbeitet?
Tagessieger und deshalb mit Sachpreisen von O’Reilly überhäuft wurde die Gruppe Wegmarker. Die hatte sich das Ziel gesetzt, eine mobile Webanwendung für Fahrradfahrer zu bauen, mit der man die Qualität von Wegen/Straßen einfach in die OpenStreetMap-Datenbank eintragen kann. Und es ist ihnen offensichtlich gelungen, diese Funktionen bis zum Abend des ersten Tages nutzbar zu machen. Hier geht es zum Prototyp.
Eine weitere Gruppe hat sich die von der Piratenpartei veröffentlichten Haushaltsdaten von 380 Kommunen vorgenommen und beispielsweise verglichen, wie die Pro-Kopf-Ausgaben für Kultur zwischen den Kommunen variieren.
Meine Gruppe hat die Anwendung OpenOrgData entwickelt. Damit kann man über 2 Mio. Einträge aus Handelsregistern und Vereinsregistern nach Stichworten im Namen durchsuchen. Als Ergebnis wird die Verteilung der Treffer nach Bundesland auf einer Karte angezeigt. Die Datengrundlage steht leider nicht unter einer offenen Lizenz. Mit der App wollen wir auch den Finger in diese Wunde legen und ein Beispiel dafür geben, dass die bloße Verfügbarkeit einer Auskunftsmöglichkeit (Website mit Suchmöglichkeit wie handelsregister.de) und ein Open-Data-Angebot nicht vergleichbar sind.
Für das große Engagement, das den Open Data Day in Köln möglich gemacht hat, gilt es Dank auszusprechen:
- dem Startplatz, namentlich Lorenz Gräf, Julia Schäfer, Sara Usinger und Tine für die Gastfreundlichkeit am Samstag
- Thomas Riedel a.k.a. Droidboy für das Zusammenbringen von Nachfrage und Angebot sowie Live-Begleitung auf Nerdhub
- Jan Kus, Coworking Cologne und Railslove für die Gastfreundlichkeit am Sonntag
- den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Köln für das Sponsoring und die Teilnahme
- NetCologne/koeln.de für die fantastische Subdomain opendataday.koeln.de
- O’Reilly für Bücher und E-Books
- allen Teilnehmern für ihre hochmotivierte Teilnahme und die Offenheit
Zur Nachlese bieten sich auch die folgenden Berichte an:
- WDR.de: Treffen der Überzeugungstäter, von Rainer Striewski
- ZDF Hyperland: Open-Data-Day: Freiheit für die Daten, von Torsten Klenz
- Koeln.de: Open Data Day Köln: Datenschätze heben in Teamarbeit, von Ulrich Babiak
- Nerdhub: Videos mit Interviews einiger Teilnehmer, von Thomas Riedel/Droidboy
Nun, wo die Veranstaltung vorbei ist, stellt sich die Frage: Wie geht es weiter mit Open Data in Köln und der Region? Meine Meinung: Wir sollten weiter daran arbeiten, die Community derer, die Open Data nutzen und vorantreiben wollen, auf- und auszubauen. Damit sollte es zukünftig immer einfacher und selbstverständlicher werden, zu Veranstaltungen oder auch gemeinsamen Projekten zusammen zu rufen. Und nicht zuletzt hilft dies auch der Stadt Köln, Ansprechpartner für die Unterstützung beim Open-Data-Prozess zu finden.
Eine Anlaufstelle für alle, die weiter am Ball bleiben wollen, ist die offene Open Data NRW Mailingliste, gehostet von der Open Knowledge Foundation. Wie der Name schon sagt, geht es hier um Open Data in unserem Bundesland. Die Liste wird bisher sehr wenig genutzt. Hier muss daher niemand befürchten, dass eine Mail eventuell zu unwichtig für die Abonnenten ist. Die Liste darf also auch gerne für sehr lokal begrenzte Themen genutzt werden.
Für die Facebook-NutzerInnen unter Euch könnte auch unsere eigene Facebook-Seite (von Offenes Köln) interessant sein. Dort erfährt man sowohl von neuen Datenangeboten als auch von Veranstaltungen und mehr. Auf Facebook gibt es auch eine Gruppe Open Data, wo sich Teilnehmer aus dem gesamten Deutschsprachigen Raum austauschen.
Und natürlich gibt es dieses Blog, wo wir uns freuen, Open-Data-Interessierten aus Köln immer wieder interessante Daten von der Stadt, dem Land oder sonstwem vorzustellen.
Was wollt Ihr noch zum Open Data Day loswerden? Was habt Ihr mitgenommen, was hat Euch gefehlt? Was können wir beim nächsten Mal anders machen?
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