Offenes Köln auf der Re:publica

 

Vom 6. bis 8. Mai ist in Berlin wieder Re:publica. Diesmal ist Offenes Köln auch im Programm vertreten.rp13_banner_299x250_DIn der Session am Mittwoch, dem 8. Mai um 16:45 Uhr mit dem Titel “Offene API für die Lokalpolitik” wird es um eine rosige Zukunft gehen, in der lokalpolitische Inhalte praktisch universell zugänglich sind.

Dieser Version der Zukunft kommen wir gerade ein gutes Stück näher, denn unter dem Namen OParl entsteht in diesem Moment eine Standard-Schnittstelle für den Zugriff auf parlamentarische Informationssysteme – oder genauer: Ratsinformationssysteme. (Um die Informationslücke seit dem letzen Blog-Beitrag vom 15. April zu schließen: OParl ist das unmittelbare Ergebnis des darin angekündigten Workshops in Köln.)

Was sollte eine solche API können? Und was könnte die breite Verfügbarkeit einer solchen API für die Transparenz der Lokalpolitik bedeuteten? Welche Anwendungen wären damit denkbar?

Alle Re:publica-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer lade ich herzlich dazu ein, die Session durch Fragen und eigene Ideen zu bereichern. Auch außerhalb des Programms freue ich mich über jede Möglichkeit am Rande zum Austausch. Bis nächste Woche!

Ein Schritt in Richtung Standardisierung

Wie schön wäre es, wenn es so etwas wie Offenes Köln und Franfurt Gestalten in jeder Stadt in Deutschland gäbe!

Weil das momentan eine ferne Utopie ist, ist es höchste Zeit, daran zu arbeiten, dass sie ein wenig näher rückt. Deshalb treffen sich am Mittwoch erstmals Vertreter von Software-Herstellern, Kommunen, IT-Dienstleistern und zivilgesellschaftlichen Organisationen (hier ist die Liste der eingeladenen Organisationen und Firmen) zu einem gemeinsamen Workshop in Köln. Das Thema: Eine Standard-Schnittstelle für Ratsinformationssysteme (RIS).

Veranstalter des Treffens sind Jens Klessmann vom Fraunhofer-Institut FOKUS, Christine Siegfried von der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister VITAKO und meine Wenigkeit. Die Stadt Köln stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung und ist selbst als Teilnehmer auch daran interessiert, die Entwicklung mit eigenen Anforderungen zu begleiten und möglichst selbst von den Ergebnissen der Initiative zu profitieren.

Erstes Ziel des Treffens ist es, herauszufinden, ob die RIS-Hersteller daran interessiert sind, einen offenen Standard zu unterstützen und ihre Produkte im Sinne der gemeinsamen Schnittstelle anzugleichen. Mir persönlich geht es bei der Initiative wohl gemerkt nur um den lesenden Zugriff auf öffentliche RIS-Daten, damit diese möglichst einfach und einheitlich für weitere Anwendungen genutzt werden können. Die Funktionen der RISe gehen normalerweise weit darüber hinaus. So werden damit beispielsweise die Sitzungsgelder verwaltet und die fristgerechte Einreichung von Anträgen, Anfragen etc. geprüft. All das sind Funktionen, die für die Öffentlichkeit, die vor allem die lokalpolitischen Inhalte verfolgen möchte, nur von geringer Bedeutung sind.

Die langfristige Vision ist die, dass Kommunen auf der Suche nach einem RIS-Produkt die Unterstützung des offenen Schnittstellen-Standards als Auswahlkriterium nutzen können. Indem sie auf ein Produkt setzen, dass diesen Standard unterstützt, können Sie davon ausgehen, dass ihre RIS-Inhalte für ein wachsendes Ökosystem von freien Software-Produkten offen stehen. Open-Source-Software wie Offenes Köln sollte dann im Handumdrehen für eine solche Kommune einsetzbar sein. Spezielle Anwendungen wie beispielsweise für mobile Endgereäte oder hundert Prozent barriefefreie Such-Oberflächen wären dann denkbar. Denn der Aufwand, der in die Entwicklung solcher Werkzeuge fließen würde, würde sich in vielen Kommunen auszahlen.

Das wird noch ein spannender Weg. Was denkt Ihr, muss passieren, um diesen Weg erfolgreich zu gehen?

Ortseingabe auf der Startseite funktioniert aktuell nicht

Wer aktuell auf der Startseite eine Adresse eingibt, wird leider kein Glück haben. Nach dem Absenden erscheint eine Anzeige, dass sich etwas tut. Aber tatsächlich tut sich nichts.

ortseingabe

Es wird länger dauern, bis dieses Problem behoben ist. So lange ist die Umfeldsuche mit Kartendarstellung leider nicht benutzbar. Wer Dokumente zu einer bestimmten Straße finden möchte, ist daher auf die ganz normale Stichwortsuche (unterhalb der Karte auf der Startseite) angewiesen. Dort gibt man dann die Namen der Straßen und Plätze ein, zu denen man Inhalte finden möchte.

Die Ursache des Problems: Yahoo hat seinen Placefinder Dienst abgeschaltet und gegen einen kostenpflichtigen Service ersetzt. Mit Placefinder haben wir bisher relativ erfolgreich Eure Eingaben zu einem Ort in Köln aufgelöst – das nennt man “Geocoding”. Das ist bei Adresseingaben übrigens nicht immer ganz einfach, denn Nutzer verwenden unterschiedlichste Schreibweisen, und einige Straßennamen existieren mehrfach in Köln.

Hätte man davon nicht früher erfahren können? Ja, ich denke schon. Aber offensichtlich habe ich bei Yahoo dafür keine passende E-Mail-Adresse hinterlegt. Mein Fehler.

Nun war es vielleicht ohnehin keine so gute Idee, Yahoo Placefinder hierfür zu verwenden. Aber der Dienst hat vor über einem Jahr, als ich Offenes Köln veröffentlicht habe, gut funktioniert und kam mit einer Reihe von verschiedenen Eingaben gut klar.

Eine Umstellung auf einen anderen Geocoding-Dienst dauer leider eine gewisse Zeit (deutlich länger als das Schreiben dieses Blog-Beitrags!), denn jeder Dienst funktioniert auf seine Weise. Die Logik unserer Startseiten-Funktion war eben recht genau an die Möglichkeiten von Yahoo Placefinder angepasst.

Überhaupt stellt sich die Frage nach der richtigen Alternative. Eine naheliegende Möglichkeit ist der Umstieg auf den Nominatim-Dienst von OpenStreetMap. Allerdings ist der nicht unbedingt performant. Gut, es gibt noch die von MapQuest gehostete Version. Aber dann wiederum habe ich ein wenig das Vertrauen in die kommerziellen Anbieter verloren.

Da wir ohnehin schon die Geodaten zu Kölns Straßen aus OpenStreetMap vorhalten, wäre es eine Möglichkeit, einen eigenen Geocoding-Dienst anzubieten. Tatsächlich bietet unsere API schon eine Funktion, die dem sehr nahe kommt. Zwei Dinge fehlen aber noch, um die Funktionen des bisher genutzten Dienstes zu ersetzen:

  • Ein Verständnis von nicht exakt passenden Eingaben. Wer “aachener” oder “aachenerstraße” eingibt, möchte in jedem Fall die “Aachener Straße” finden.
  • Die Zuordnung von Straßen zu “Gebieten”. Da die Aachener Straße nicht nur mehrmals existiert, sondern sie auch noch sehr lang ist, haben wir bislang bei solchen Straßen alle PLZ-Gebiete, die diese Straße durchquert, zur Auswahl gestellt. Damit konnten Nutzer die Positionierung für die Umfeldsuche besser eingrenzen.

Und noch ein Problemchen: Momentan sind wir ohnehin damit beschäftigt, Offenes Köln hinter den Kulissen komplett umzubauen.

Es sieht daher nach einer Schnelllösung, wahrscheinlich auf Basis von MapQuest Nominatim, aus. Ihr erfahrt natürlich hier und auf Twitter, wenn das Problem behoben ist. Vielen Dank für das Verständnis!

Neue Vorschaubilder

Momentan wird wieder viel hinter den Kulissen am Code von Offenes Köln geschraubt. Anlass ist die Umstellung des Kölner Ratsinformationssystems auf eine neue Software-Version. Aus diesem Grund müssen einige wichtige Bestandteile der Software hinter Offenes Köln verändert werden, was wir zum Anlass nehmen, vieles aufzuräumen. Und hier, für die technisch interessierte Zielgruppe, darüber zu schreiben. Weiterlesen

Die APIs von Straßen.NRW

Ja, Daten zum Verkehr sind spannend. Weil Mobilität ein wichtiges Thema ist, gibt der Staat immense Steuermittel für die Verkehrsinfrastruktur aus. Ein Teil davon fließt in Anlagen, die Daten über die Auslastung der Verkehrswege ermitteln, situationsabhängig den Verkehr steuern und sogar Prognosen über die Auslastung liefern sollen. (Hier gibt es in letzter Zeit gehäuft Beiträge zu dem Thema, z.B diesen, diesen und diesen.)

Für Bürger Nordrhein-Westfalens ist ein Teil dieser Daten auf den Online-Angeboten von Straßen.NRW sichtbar, Betreiber ist der “Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen”. Die Anwendung autobahn.nrw.de beispielsweise bietet eine Anzeige der aktuellen Auslastung der Autobahnen im Bundesland. Die nachstehende Abbildung zeigt den Ausschnitt einer Kartendarstellung der Anwendung. Weiterlesen

Datendienstag: Freie Parkplätze (Sneak Preview)

Im letzten Beitrag haben wir die Stau-API der Stadt Köln vorgestellt. Auf dem selben Server hält die Stadt Köln noch weitere aktuelle Verkehrsdaten zum Abruf bereit – allerdings wird dies aktuell noch nicht an die große Glocke gehängt. Wer sich jedoch die Seite Verkehrskalender auf stadt-koeln.de näher ansieht, stellt fest, dass es da noch mehr gibt.

Die obige Demo zeigt die aktuelle Anzahl freier Parkplätze in Parkhäusern an. Jedes Parkhaus wird von einem pinkfarbenen Kreis gekennzeichnet. Je größer der Kreis, desto mehr freie Plätze sind vorhanden. Weiterlesen

Stau-API für Köln

Gestern hat die Stadt Köln ein neues Datenangebot veröffentlicht: Eine API zum Abruf der aktuellen Verkehrsauslastung auf wichtigen Kölner Straßen. Dass diese Daten existieren, könnte dem einen oder anderen von der Stadt Köln Smartphone-App oder auch von dieser Seite bekannt sein. Diese Daten stehen nun unter CC-BY-Lizenz der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Hier eine Vorschau der Daten, die einen Eindruck des Detailgrades vermittelt. (Diese bildet übrigens die entspannte Verkehrssituation am späten gestrigen Abend ab.)
verkehrs-apiWenn man weiter hinein zoomt, sieht man, dass auf einigen Straßen sogar zwischen der Fahrtrichtung unterschieden wird.

verkehrs-api-zoom

Die API liefert den genauen Verlauf aller Straßenabschnitte sowie die Auslastung in einer von mehreren Kategorien: frei, zähfließend und Stau. Für einige Straßen gibt es aktuell keine Verkehrs-Informationen. In der Darstellung oben sind das die grauen Linien. Weiterlesen